Danke, danke, danke!
Es waren hier natürlich schon sehr viele hilfreiche Beiträge, keine Frage!
ABER dieser hier von dir, bringt für mich so ziemlich ALLES auf den Punkt, was so in meinem Kopf rumgeschwirrt ist
An dieser Stelle auch ein RIESIGES DANKESCHÖN an dieses phantastische Forum! So ausnahmslos freundliche Hilfestellungen mit Fachwissen/Erfahrung und der Umgang miteinander findet man nur sehr selten im Netz. Die radfahrer halt
Hallo Chris,
ich denke, du bist mit den Maßen deines 29er Rockhoppers mit 85 cm Sitzlänge genau richtig versorgt. Vergiss die angestrebte Länge von 93 cm nach Juliane Neuss, das ist viel zu lang. Ich habe ihr Buch auch intensiv durchgekaut und viel ausprobiert. Ich bin 180 cm groß mit Schrittlänge 86 cm barfuß und komme nach ihrer Formel auf 91 cm Sitzlänge. Die habe ich aber nur am Rennrad und Randonneur eingestellt. Am MTB und E-Bike (auch von Specialized) habe ich serienmäßig 83 und 84 cm, und das passt! Dein Rockhopper hat wie meine MTBs mit 654 mm bereits ein sehr langes virtuelles Oberohr, das ergibt mit 60 mm kurzem Vorbau und 68,5 Grad Steuerrohrwinkel eine „moderne“ Geometrie, die sich mit breitem Lenker im Gelände und besonders bergab sehr gut fahren lässt.
Du hast ja keine Ahnung, wie sehr mich das erleichtert
Also passt mir der Rahmen doch genau richtig. Das Gefühl hatte ich ja auch immer irgendwie. Nur diese 1000en verschiedenen Meinungen haben mich andauernd verwirrt! Mein größtes Problem dabei war von Anfang an, daß ich meine „richtige“ Position ja noch nicht kannte (>20 Jahre nicht Radgefahren) und von daher keine Ausgangsposition hatte.
Jetzt hat sich noch dazu in den letzten 20 Jahren so unglaublich viel in der Radszene verändert (komplett andere Geometrien z.B.), daß ich als Perfektionist (ja, das kann immer wieder ein bissl mühsam sein) einfach komplett verwirrt und verloren war – was ist richtig, was falsch, usw.
Dazu gleich ein paar kurze Fragen:
Ich hab ja im Moment einen 130mm Vorbau (den längsten mit dem geringsten Winkel von +/- 6°, der bezahlbar war) montiert um zumindest (inklusive der Rückbiegung des Lenkers von 16°) auf die ca. 86cm Sitzlänge zu kommen (90cm bis zu den Innerbarends – und da erreiche ich auch den 90° Winkel von Oberkörper zu den Armen, der ja sehr wichtig sein soll). Der Lenker ist ca. 2-3cm über dem Sattel (hab ich wegen dem breiteren Brooks sicherheitshalber erhöht).
Mein schon so oft geschildertes Problem: Ich würde einfach gern aufrechter (bequemer) sitzen – aber natürlich schmerzfrei. Doch sobald ich den Lenker spürbar höher setze, kommen nach anfänglicher Freude (juhuu, das fühlt sich ja gut an - und endlich sehe ich was!), dann irgendwann nach und nach vorallem die Nackenschmerzen (kombiniert mit einem allgemeinen Unwohlsein im oberen Rücken). Heute weiß ich, daß das den höher gedrückten Schultern geschuldet ist. Kann ich das „wegtrainieren“ – also mich so lange "quälen", bis sich der Körper daran gewöhnt hat? Oder ist das einfach nur Blödsinn, weil wenns weh tut, kanns ja irgendwie nicht gut sein?
Oder bleibt mir einfach nichts anderes übrig, als mich durch noch viel mehr fahren an die gestrecktere Position (Lenker 0-max. 3cm über Sattel) zu „gewöhnen“?
Eine Kleinigkeit am Rande: ich fahr eigentlich immer mit Schirmkappe (keine "Radlerkappe"). erstens wegen Sonnenschutz (ich mag keine Sonnenbrillen, wenns nicht unbedingt notwendig ist) und zweitens, weil ich sie einfach mag. Nachteil natürlich durch die gestreckte Sitzposition: ich seh halt nur weiter nach vorne, wenn ich den Kopf stark aufrichte - tja, alles nicht so einfach - Kappe ist allerdings ein Muss
Das ist etwas vollkommen anderes als die 90er-Jahre 26“-MTBs mit steilem Lenkwinkel, kurzem Radstand und sehr langem Vorbau. Ich bin beides gefahren und habe mein altes 26er nach vielen Jahren verkauft, das würde ich dir für deines auch empfehlen, denn es sieht wirklich viel zu klein für dich aus.
Das Gefühl hatte ich eben auch die ganze Zeit – dachte mir aber (natürlich wiedermal aus Unwissenheit), „die meisten sagen“, 48cm Rahmenhöhe wären voll in Ordnung – 50cm wären vielleicht noch ein wenig besser, "aber mit dem 48er bekommst du das auch hin" – mit ewig langem Vorbau, usw.
Jetzt hätte ich aber schon sehr gern ein 26er 90er Stahl-MTB als Allzweck-(Reise)rad. Erstens weils mir einfach gefällt (Optik, Nostalgie und so) und ich durch die Erst-Aufbauten, soviele gute Teile dafür rumliegen habe (und ja, ich bastel sehr gerne
)
Dazu eine kleine Bitte: welchen konkreten Rahmen könntest du/könntet ihr mir empfehlen? Und auf was genau muß ich noch achten? Längeres Sitzrohr (mind. 50cm), längeres OR (mind. 60cm, besser 61, 62), flacherer Lenkwinkel (um die 68°?), längere Kettenstreben (45cm+) – müsste eigentlich dann eh automatisch einen längeren Rasstand ergeben. Gibt es sowas in 26er 90er Stahl überhaupt?
Dein 29er hat also meiner Meinung nach die richtige Größe und mit 85 cm auch die richtige Sitzlänge. Ich würde mich ans Feintuning machen. Beginnend mit 74,5 cm Sattelhöhe (84x0,886), die Sattelneigung so einstellen, dass du weder nach vorne noch nach hinten rutscht. Die Oberfläche deines Brooks sieht in der Seitenansicht nach oben gewölbt aus, ich vermute, du hast ihn zu eng geschnürt. Ich würde die Schnüre zum Einfahren ganz locker lassen oder ganz entfernen, dann wird sich durch das Einfahren der Sattel in der Mitte absenken. Wenn er dann mittig unten zu breit wird und an den Oberschenkeln reibt, kannst du ihn dann mit den Schnüren enger ziehen. Mit der Zeit ergibt sich dann in der Mitte eine Sitzmulde. Wenn du zu weit hinten sitzt, drücken deine Sitzbeinknochen hinten auf den Metallrahmen, ist die Nase zu hoch, drückt diese in die Weichteile. Es gilt also, mit der Zeit die Balance auf dem leicht durchhängenden Mittelbereich zu finden. Zu starkes Schnüren ist da kontraproduktiv. Ein B17 sollte eigentlich ohne Polsterhose fahrbar sein, das Einfahren würde ich sowieso ohne machen. Deine Polsterhose würde ich sofort entsorgen, die sollte einfach perfekt sitzen und auch das Polster da sein, wo es hingehört.
Vorab: Das Foto war noch das alte Setup mit dem NARROW. Mit dem bin ich ja wie gesagt, mit Gelüberzug ca. 1000km gefahren – jetzt wo ich mir das Foto genauer anschaue, fällt mir auf, daß er schon ein wenig „eingefahren aussieht“
Aber ohne Überzug war der nie fahrbar für mich. Auch heute nicht. Da war der erste „Sitzkontakt“ mit dem breiteren B17 schon etwas ganz anderes.
Aber auch hier meint ja Juliane, daß schmälere Sättel „immer“ besser sind, als breitere – eh klar, wenn man so gestreckt sitzen sollte.
Juliane hin oder her – hab schon auch viel Sinnvolles von ihr „gelernt“. Aber vieles ist jetzt betrachtet doch sehr „radikal“ – und wirklich zu sehr auf Leistungs-Rennrad-Geometrie.
Fahre jetzt gerade eine Sattelhöhe von 755mm. Das ist so die obere Grenze denk ich, bevor es unangenehm wird (Hüfte beginnt leicht zu "kippeln" und die Archillessehne meldet sich ganz leise). 761mm - die errechnete Höhe - war mir offenbar zu hoch.
Nochmals zur Sicherheit: ich verwende immer die Schrittlänge INKL. Schuhe (Durchschnittsmass 2cm) für Berechnungen. Die Sattelneigung ist sogar ein klein wenig nach oben, damit ich nicht nach vorne rutsche – ist so ein Brooks-Ding, weil glatt und so, hab ich mir jedenfalls sagen lassen
Aber das kann und werde ich ja die nächste Zeit sehr intensiv am Trainer testen. Und auch das mit den Schnüren ist ein sehr guter Input!
Und ja, das war mein Plan: OHNE Polsterhose einfahren, damit ich ihn eben auch OHNE diese unbequemen Dinger (ich kann diese Windeln einfach nicht ausstehen) in weiterer Folge hoffentlich bequem über längere Zeit fahren kann. Zuhause am Trainer ist das natürlich einfacher, weil ich ja immer wieder Pausen machen kann, wie sie mir mein Hintern vorschreibt
Letztendlich gilt es dann die richtige Lenkerhöhe und Neigung zu finden. Das musst du durch ausprobieren selbst herausfinden. Wenn du das Gefühl hast, mit Rundrücken zu fahren, solltest du darauf achten, dass du nicht mit ausgesteckten, sondern leicht gebeugten Armen fahren solltest, dann kannst du den Rücken mehr strecken und den Oberkörper mehr nach vorn neigen. Wenn alles stimmt, hast du genug Spielraum, um während langer Fahrten die Beckenneigung, die Position auf dem Sattel, die Rücken-und Armstreckung und die Handhaltung immer ein wenig zu variieren, das macht es dann erträglich.
Und hier liegen genau die bereits darüber beschriebenen Probleme. Wie lange macht es Sinn eine zu Anfangs noch „schmerzvolle“ Position zu testen/fahren, nur um aufrechter zu sitzen? Stichwort: Gewöhnung?
Zum Rundrücken: sobald ich mich selbst dabei „erwische“ einen Rundrücken zu bilden, versuche ich immer mit einem leichten Hohlkreuz entgegenzuwirken – dadurch neigt sich natürlich das Becken automatisch nach vorn und ich hab Druck auf dem Damm. Wenn ich aber den Sattel gerade so weit nach vorne neige, um keinen Druck mehr zu haben, passt irgendwie insgesamt gar nix mehr. Ein Teufelskreislauf!
Meiner Meinung nach musst du jetzt also gar kein Geld investieren oder gar ein neues Rad kaufen. Verkaufe lieber das zu kleine, damit wirst du nicht glücklich. Vom Erlös könntest du dir irgendwann eine bessere Gabel ü. Ä. leisten. Die Rahmen von Specialized sind es wert.
Gutes Gelingen.
Also nachdem ich jetzt endlich weiß, daß mir der Rahmen eigentlich gut passt, bitte ich noch um eine persönliche Einschätzung zum Thema Tourentauglichkeit:
Für meine Zwecke gar nicht/mittelmässig/gut geeignet?
Denn wenn gut geeignet, dann passts für mich mal fürs erste
Dann wäre da nur noch die Optik des stark abfallenden ORs, die mir einfach nicht besonders gut gefällt – auch weil weniger Platz im Rahmendreieck.
Aber es wäre mal eine gute Basis – mit einem klaren Ziel:
Wenn finanziell wieder einfacher, möchte ich mir unbedingt einen wirklich passendes „Touren-MTB-Rahmen(-Set)“ besorgen und dann hoffentlich mein Traum-Reise-MTB aufbauen
UFFF